13.04.2007

Internationales in und aus Damaskus

Der 100. Post und der erste aus Syrien...
Nachdem ich die ersten Tage damit verbracht habe, mich in meinem schnell gefundenen Zimmer einzurichten, in der Stadt zu orientieren (schöne und überraschend relaxte Altstadt, staubige und mit grauen Bausünden überzogene Neustadt sowie reiches Botschaftsviertel) und die Papiere zusammenzutragen, die die Uni – aus nicht immer ersichtlichem Grund – sehen will, war gestern Nachmittag dann endlich Zeit für ein bisschen Kultur. Da ich noch keine Zeitung mit Veranstaltungskalender hatte habe ich mir erstmal zwei Sachen aus den Programmen der diversen hier ansässigen ausländischen Kulturinstitute rausgepickt: eine Fotoausstellung und einen Film, erste in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut organisiert, letzterer Teil eines hübschen Filmprogramms des Centre Culturel Francais, dem aber der rote Faden zu fehlen scheint.
Moving Walls, eine Fotografieausstellung des Open Society Institutes in der Gallerie von Mustafa Ali nahe Bab Sharqi, zeigt Aufnahmen internationaler Fotografen aus allen Teilen der Welt – aus Syrien und dem Irak, Eritrea, USA, der Ukraine, El Salvador und vielen anderen Ländern. Was sie trotz unterschiedlicher Ansätze und Themen verbindet ist das Interesse an Menschenrechtsfragen und der Versuch, das scheinbar Alltägliche in seiner Besonderheit sichtbar zu machen. Kriegsveteranen und Straßenkinder, Moscheen in den USA und die Porträts von Aids-Kranken aus Eritrea: die Bilder verschließen sich keineswegs der Politik. Selbst Politik machen wollen sie jedoch nie, geschweige denn auf die Tränendrüse drücken. Eine der interessantesten Reihen kommt von dem syrischen Fotografen Nadim Ado, der die Wände des Gefängnisses von Suleimanyia, Irak fotografiert hat, in dem kurdische Befreiungskämpfer vor ihrer Hinrichtung festgehalten wurden. Die Fragmente von Zeichnungen und Inschriften verdichten sich in ihrer Vervielfachung zu einem Dokument des in Stücke zerfallenden Irak der Gegenwart. Ebenfalls in den Irak, nach Kerbala, begibt sich der zweite Syrer in der Ausstellung, Bassam Diab, der in klaren, genau komponierten Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Pilger des Ashoura-Festes zeigt.
Im Kino des CCF (Teil eines monumentalen, stylischen Neubaus einschließlich großer Ausstellungsräume etc) gestern Abend dann Le role de sa vie von Francois Favart (2004) mit Agnes Jaoui und Karin Viard. Claire Rocher arbeitet als Freie für eine große Modezeitschrift, wo sie hauptsächlich die Jobs macht, für die sich die Redakteure zu schade sind. Bis sie eines Tages der berühmten und bewunderten Schauspielerin Elisabeth Becker über den Weg läuft. Bald fängt sie als Assistentin des großen Stars an und glaubt, sogar mit ihr befreundet zu sein. Doch in Wirklichkeit befindet sich Claire erneut in der Rolle der Dienerin und Elizabeth ist schnell genervt von dem ewigen „Ja gerne“ und den ständigen Entschuldigungen ihrer Assistentin. Doch es braucht noch einige emotionale Verwirrungen der beiden ungleichen Heldinnen, bis es Claire zum ersten Mal in ihrem Leben gelingt, aus dem Schatten anderer Menschen zu treten. Nett gemacht das ganze, aber in der Summe dann doch recht vorhersehbar. Und wie der Film mit A bout de souffle, Luna Papa, L’esquive, Le couperet, Garde a vue und anderen Filmen der Reihe (?) zusammenhängt, ist mir auch noch nicht ganz klar. Vielleicht zeigen sie aber auch einfach wahllos Filme der letzten fast 50 Jahre.

3 Kommentare:

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